Geschichten und Gesichter aus diesem Schuljahr

Aziza hatte in diesem Schuljahr einen schwierigen Start im Gymnasium: Auf die ersten Schularbeiten bekam sie Fünfer und der Schock war groß, nachdem sie in der Volksschule eine gute Schülerin war. So war Aziza dankbar, dass sie wieder in der Lerntafel kommen konnte. Aziza schreibt sich jeden Freitag die Termine auf einen Zettel und klebt ihn an den Kühlschrank, weil sie weiß, dass es früher oft Probleme mit der Verlässlichkeit gab (und sie deswegen schon mal gesperrt war). Jetzt freut sie sich über jede Stunde und die Unterstützung tut ihr gut. An Mathe hat sie sogar richtig Freude bekommen – sie hat nicht nur den ersten Fünfer ausgemerzt, sondern sich so stark verbessert, dass im Zeugnis sogar ein Dreier stehen wird. Auch in Deutsch geht es aufwärts, mit dem Vierer ist sie zufrieden. Und die anderen Fächer? Alles Zweier und Einser!

 

Wenn Rabia an das vergangene Schuljahr zurückdenkt, fällt ihr sofort der Weihnachtsball ein. Das war ein wunderschönes Fest im Rathaus, zu dem auch die Lerntafel eingeladen wurde. Rabia macht gerne Ausflüge und schätzt es auch, am Hausübungstisch mit anderen Kinder zu lernen. Sie bereitet sich gemeinsam mit ihren Lernhelfer*innen immer gründlich auf Ansagen und andere Tests vor und zeigt uns nachher jedes Mal stolz, wenn die Lehrerin darunter „Gut“ oder „Weiter so“ geschrieben hat. Rabia freut sich nämlich sehr, wenn man sie lobt. Nachdem sie sich in Deutsch verbessert hat, hofft sie nun, dass sie auch im Mathe bald bessere Noten bekommt.

 

Timur hat heuer ein besonderes Jahr hinter sich. Er ist umgezogen, hat die Schule gewechselt und vor allem: Er hat sich einen Traum erfüllt und sich beim jungen Volkstheater angemeldet. In einer sehr freien, von den Jugendlichen entwickelten experimentellen Überschreibung von „Biedermann die Brandstifter“ stand er dannim Volx Margareten auf der Bühne und konnte mit der ganzen Truppe begeistern. Durch die viele Probenarbeit rückte die Schule vor allem im zweiten Semester etwas in den Hintergrund und in Englisch wäre es beinahe brenzlig geworden. Dafür konnte er sich aber in Deutsch auf einen Zweier verbessern!

 

 

„Dann habe ich mich also doch verbessert!“, sagt Marko sichtlich erfreut, als er erfährt, dass er fast keine Fehler in den beiden IFP-Check-ups gemacht hat. IFP heißt ausgeschrieben Intensivförderprogramm und richtet sich an Volksschulkinder, die die Lerntafel besuchen. Beim IFP gibt es neben den Einzelstunden auch Workshops und Kleingruppenunterricht. Das hat Marko besonders gut gefallen – er lernt nämlich am liebsten gemeinsam mit anderen Kindern. Auch deswegen kommt er mit seiner Zwillingsschwester fast täglich zum Hausübungstisch und genießt das gesellige Miteinander-Lernen.

 

Emmanuel ist vor 3 Jahren verzweifelt in die Lerntafel gekommen, weil er nach dem ersten Gymnasium gleich in zwei Fächern eine Nachprüfung hatte. Diese hat er bestanden und in jener Zeit auch ganz viel Zuversicht gewonnen. Seither hat er sich mit Unterstützung der Lerntafel durch das ganze Unterstufengymnasium gekämpft– mit einigen Auf und Abs, aber ohne je wieder zu einer Nachprüfung antreten zu müssen. In Mathe ist er mittlerweile sogar ein guter Schüler geworden und schreibt locker Dreier (und hilft auch immer wieder beim HÜ-Tisch anderen Jugendlichen). Emmanuel erzählt, dass ihm durch die lustigen+anregenden Stunden in der Lerntafel auch die Schule immer mehr Spaß gemacht hätte. Hoffentlich kann er diese Freude auch noch in die Oberstufe mitnehmen!

 

Muska kommt schon seit über zwei Jahren in die Lerntafel und hat sich in Deutsch um eine Note verbessern können; in Mathe haben sich die Fortschritte leider noch nicht im Zeugnis gezeigt. Aber immerhin hat sie in den Schularbeiten auch schon Zweier geschrieben! Muska hat in der Lerntafel öfters gemeinsam mit ihrer Schulfreundin gelernt und das hat ihr viel Spaß gemacht. Sie hofft, dass im nächsten Schuljahr – wenn sie dann die NMS besucht – auch noch ein anderes Kind aus ihrer Klasse die Lerntafel besucht, damit sie wieder gemeinsam lernen können. Sie hat nämlich gemerkt, dass sich Kinder auch gegenseitig ganz gut helfen können…

Ein wichtiger Schritt Richtung Traumberuf

 

Mohammad kam im April 2016 als 13 jähriger Flüchtling aus Syrien nach Österreich.

Ab Mai 2016 besuchte er die 2. Kl. KMS.
Im ersten Semester der 3. Klasse wurde er nicht beurteilt, aber ab dem 2. Semester bekam er Noten.
Im Halbjahreszeugnis in der 4. Klasse hatte er: D 4 vt, M 3 vt, E 2 vt.

Da er unbedingt Pharmazie studieren möchte – und dies auch bei seinen berufspraktischen Tage in einer Apotheke erproben konnte – möchte er unbedingt ein Oberstufenrealgymnasium besuchen und maturieren.

Er hat sich selbständig verschiedene Schulen (beim Tag der offenen Tür) angesehen und sich für das BORG III (Landstraße) entschieden.
Es folgte seine Bewerbung und ein Gespräch mit dem Direktor des Gymnasiums. Offensichtlich tat er dies erfolgreich, denn er hat seit kurzem die Zusage, das BORG ab nächstem Jahr besuchen zu dürfen und ist ÜBERGLÜCKLICH!

Die WIENER LERNTAFEL besucht er seit einem Jahr.
Vielen Lernhelfer*innen war und ist es eine Freude mit Mohammad zu lernen, da er sehr wissbegierig und lernwillig ist.

 
Wir freuen uns, Mohammad erfolgreich unterstützt zu haben und wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg das Allerbeste!

 

Intensivförderung für Volksschulkinder

Im Projekt „Intensivförderprogramm für Kinder der 3. und 4. Volksschule 2019“ – kurz IFP-Kids – ­erhalten Kinder der 3. und 4. Schulstufe aus sozial benachteiligten Familien eine Intensivförderung. Diese unterstützt die Kinder der WIENER LERNTAFEL bei der Bewältigung ihrer Schulprobleme, damit der erfolgreiche Grundschulabschluss und die Aufnahme in eine weiterführende Schule ermöglicht werden.

In mehreren Workshops und wöchentlichen Coachingstunden stehen die Vermittlung geeigneter Lernstrategien, Stressmanagementtechniken sowie die Festigung des Basiswissens des Grundschulstoffs in Mathematik und Deutsch im Fokus. Das Projekt ergänzt die laufende Lernhilfe der WIENER LERNTAFEL.

Ziel des Projekts ist die Sicherstellung des erfolgreichen Grundschulabschlusses der geförderten Kinder. Dadurch soll der erfolgreiche Übertritt von der 3. in die 4. Klasse Volksschule sowie der Übertritt in die Sekundarstufe I ermöglicht werden.

Literarische Winterlesung für Kinder

Zwei Schauspielerinnen haben am Valentinstag die Lerntafel besucht, um den Kindern winterliche Geschichten und Gedichte aus aller Welt vorzulesen. Julia Prock-Schauer und Helen Zangerle nahmen auch den Musiker Max Gönye mit, der die Lesung mit märchenhaften Melodien untermalte. So konnten die Kinder tief in die Geschichten versinken und wurden auch dazu angeregt, eigene Erlebnisse und Anekdoten zu erzählen, die zu den winterlichen Texten passten. Instrumente durften zum Erkunden eigener Klangwelten ebenfalls ausprobiert werden, mit Buntstiften und Papier konnten die Kinder das Vorgetragene illustrieren und erweitern. So kam eine wunderbar kreative Stimmung auf, die den Kindern wieder viel Lust auf Lesen+Schreiben machte!

Vielen Dank an den Bezirk Simmering, der diese Veranstaltung förderte.

Das war unser Projekt „Ich schaff’s“ 2018

Wir haben auch 2018 wieder sehr erfolgreich das Projekt „Ich schaff’s“ mit Jugendlichen der siebten und achten Schulstufe durchgeführt. Ziel des Projekts war die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Vermittlung des Schulstoffes und die Reflexionsfähigkeit über das eigene Lernverhalten.

Mit viel Freude haben die Jugendlichen an sieben Workshops zu den Themen Lernstrategien, Ernährung und Lernen, Stressmanagement, Zukunftsperspektiven sowie Grundwissen in Mathematik und Deutsch teilgenommen.

Insgesamt haben alle Projektteilnehmer*innen 1118 Coachingstunden erhalten. 92% der Jugendlichen konnten sich verbessern und das Schuljahr positiv abschließen. Besonders die Lesekompetenzen sowie das Verfassen von Texten haben sich deutlich verbessert. Die meisten Teilnehmer*innen haben persönliche Fortschritte durch das Projekt „Ich schaff’s“ 2018 festgestellt und mehr Lernmotivation dazugewonnen.

Festliche Ausflüge in der Vorweihnachtszeit

Die Lerntafel-Kinder wurden in der Adventzeit gleich dreimal mit wunderbaren Einladungen beschenkt: Aller guten Dinge sind drei!

Die Wiener Städtische machte den Anfang und lud ins Dom-Museum, wo sich die die Kinder auf die Spuren von Herzog Rudolf begeben hatten. Rudolf der Stifter war ein reicher und überaus engagierter junger Mann, der unter anderem den Stephansdom erbauen ließ. Viel konnten die Kinder über das Mittelalter erfahren und sie erlebten es ganz und gar nicht als finstere Zeit. Zu prächtig waren die Schätze des Dom-Museums und zu viel Vergnügen bereitete ihnen das Erlernen einer alten Handwerkskunst – des Filzens.

© vienna art week / anton nachev

 

 

 

 

 

 

Beide Bilder: © vienna art week / anton nachev

Der zweite Ausflug entführte die Kinder in eine fantastische Märchenwelt. Energy for Life – Social Foundation hat Kinder aus armutsbetroffenen Familien zu einem zauberhaften Weihnachtsball eingeladen – auch die Lerntafel durfte dabei sein. Die Tanzschule Elmayer eröffnete das Fest, Schneewittchen führte liebreizend durch den Nachmittag, wo zu Märchenmotiven gesungen und getanzt wurde, und zum Schluss gab es für alle ein reich gefülltes Geschenksackerl. Ein wunderschöner Märchentraum ging in Erfüllung!

 

 

Zuletzt stand noch ein Musical-Besuch am Programm. Die Wiener Kinderfreunde öffnen alljährlich die Pforten des Raimundtheaters für sozial benachteiligte Kinder, für die das oft der erste Besuch in so einem renommierten Haus ist. Auch die Lerntafel-Kinder waren ganz begeistert von der ganzen Pracht des Theaters und hatten viel Freude an dem mitreißenden Fantasy-Stück. Und das schönste war: Zum Schluss hat das Gute gesiegt!

Das hoffen wir auch für 2019 und wünschen Euch allen ein glückliches neues Jahr!

Ein sinnliches und sinnvolles Weihnachtsgeschenk

Die Tage werden kürzer und Weihnachten rückt näher: Zeit, um sich heimelige Stimmung in die Wohnzimmer zu holen und sich Gedanken darüber zu machen, wie man die Freude am Schenken mit etwas Sinnvollem verbinden kann. Mit einer Spende an die WIENER LERNTAFEL erhellen Sie die Zukunft von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien: Durch ihre Unterstützung kommen sie besser durch die Schule, entdecken die Freude am Lernen und erreichen höhere Bildungsabschlüsse.

Nana de Bary hat für die WIENER LERNTAFEL eine hochwertige Kerze designt, Marie Le Febvre von Urban Scents Berlin kreierte die magische »Matcha Green Tea« Duftnote. Sinnliche Wärme mit sinnvoller Wirkung!

Hier ist die WIENER LERNTAFEL-Duftkerze erhältlich:

GALERIEN

  • Bäckerstrasse
  • Charim
  • Kandlhofer
  • König
  • Emanuel Layr
  • Martin Janda
  • Raum mit Licht
  • Sophie Tappeiner
  • Tony Subal Galerie

DIVERSE GESCHÄFTE

  • Schullin
  • Chegini
  • Armani
  • Dolce Gabbana
  • Versace
  • Tessuti
  • Schwäbische Jungfrau
  • Liska

RESTAURANTS

  • Fabios

ÄRZTE

  • Dr. Lhotka
  • Dr. Wadsak
  • Dr. Bibiane Kalmar

 

Viele Erfolge, viele Perspektiven

Das neue Schuljahr nimmt gerade richtig Fahrt auf, aber wir wollen noch einmal kurz innehalten und auf die Erfolge des letzten Schuljahres zurückblicken. Insgesamt wurden fast 50.000 Lerneinheiten gebucht, 531 Kinder sind regelmäßig in die Lerntafel gekommen und wurden von 273 ehrenamtlichen Lernhelferinnen und Lernhelfern unterstützt: am Hausübungstisch, in Einzelstunden, bei Workshops und Exkursionen.

Dadurch haben sich auch heuer wieder viele Kinder verbessern können – auch wenn das nicht immer messbar ist, da Volksschulkinder meist keine Noten bekommen und Kinder, die noch nicht lange in Österreich leben, nicht beurteilt werden. Aber gerade bei diesen Schülerinnen und Schülern zeigen sich enorme Fortschritte – das Deutsch-Lernen geht viel schneller und besser, wenn sie täglich zum Hausübungstisch kommen und in einer Umgebung sind, wo sie mit anderen Kindern zu tun haben und rundherum von der neu zu lernenden Sprache umgeben sind. Das tägliche Hausübungsmachen – ergänzt durch zusätzliche Unterstützung in Einzelstunden – hilft aber auch den Kindern, die schon länger hier leben und trotzdem große Schwierigkeiten beim Lernen haben. Wir haben mittlerweile Kooperationen mit Schulen in der Umgebung, weil die Lehrerinnen und Lehrer die Fortschritte der Lerntafel-Kids sehen und wissen, dass die Lerntafel etwas macht, was die Schule nicht kann: Das individuelle Lernen im Einzelunterricht, wo das Kind das Tempo vorgibt und so lange fragen kann, bis es die Lerninhalte wirklich versteht.

Manchmal kann es auch sein, dass es länger dauert, bis sich der Erfolg einstellt – aber wenn wir einen Blick auf alle Jugendlichen werfen, die letztes Schuljahr die Mittelschule beendet haben, und teilweise über viele Jahre die Lerntafel besucht haben, dann zeigt sich, dass wir den Kindern auf lange Sicht eine gute Perspektive bieten können. Von 31 Jugendlichen, die die 4.NMS besuchten, können 21 in höhere Schulen wechseln. Und auch die anderen bleiben nicht auf der Strecke, sie sind in Handels- oder Fachschulen aufgenommen worden, haben eine Lehrstelle gefunden, besuchen Übergangsklassen … aber vor allem haben sie ein Ziel vor Augen und wissen, wie sie es Schritt für Schritt erreichen können!

Von Afghanistan über Wien ins Salzkammergut

Vor einem Jahr hat die St.Gilgen International School einem Kind der WIENER LERNTAFEL eine ganz besondere Chance eröffnet: ein vierjähriges Vollstipendium an einer der renommiertesten Schulen in ganz Österreich. Die mittlerweile 17-jährige Masuma wurde dafür ausgewählt und berichtet nun darüber, wie es dazu kam und wie aufregend, aber auch herausfordernd das erste Jahr in St.Gilgen war.

Ich habe die Berge immer gemocht. Vor etwas mehr als vier Jahren bin ich aus Afghanistan nach Österreich gekommen, zuerst haben wir in Tirol gelebt. Vieles in Salzburg erinnert mich an Tirol. In Tirol sind wir aber nur kurz geblieben, kurz darauf bin ich mit den Eltern und meinen fünf Geschwistern nach Wien umgezogen, wo ich in die 3.NMS gekommen bin. Ich habe fast gar kein Wort Deutsch sprechen können! Jeden Tag habe ich drei Stunden Deutschkurs gehabt, aber am meisten Deutsch habe ich gelernt, wenn ich mit anderen Mädchen zusammengesessen bin und wir geplaudert haben. Die 3.NMS habe ich dann wiederholt, weil ich immer noch nicht so viel vom Unterricht verstanden habe. Deshalb habe ich mich auch bei der Lerntafel angemeldet. Dort haben sich die Lernhelfer und Lernhelferinnen viel Zeit genommen, um mir alles noch einmal langsam zu erklären. Die Lerntafel war sehr wichtig für mich. Jeden Nachmittag war ich dort und habe meine Hausübungen gemacht. In den Einzelstunden habe ich viel Deutsch gelernt, aber auch viel Englisch und Mathe. In Afghanistan habe ich nämlich gar keinen Englischunterricht gehabt und auch sonst nicht viel gelernt.

Die Schule in Afghanistan war überhaupt ganz anders. Ich bin dort gar nicht gerne in die Schule gegangen. Es gab keinen Tisch, keine Sessel, nur eine schwarze Wandtafel und einen strengen Lehrer. Die Mädchen hatten am Nachmittag Schule und die Buben an Vormittag. Wir saßen am Boden und wenn man die Hausübungen nicht gemacht hat oder wenn man etwas nicht verstanden hat, hat man Schläge bekommen. In Österreich bin ich von Anfang gerne in die Schule gegangen und ich wollte viel lernen. Wahrscheinlich hat man mich deshalb für das Stipendium ausgewählt: weil ich viel wissen wollte und weil ich sehr schnell zwei Fremdsprachen gelernt habe. Als klar war, dass ich für vier Jahre nach St.Gilgen gehen kann, habe ich in der Lerntafel einen Sommer lang sehr intensiv Englisch gelernt, eine pensionierte Englisch-Lehrerin hat mir dabei geholfen. In St.Gilgen wird nämlich nur auf Englisch unterrichtet.

Am Anfang war ich dort sehr hilflos. Die anderen Jugendlichen kommen aus Amerika, aus China, aus Bulgarien und Rumänien, viele aus Russland … ich bin die einzige aus Afghanistan, die einzige, die Farsi spricht. Alle anderen sprechen viel besser Englisch als ich, für viele ist es sogar die Muttersprache. Und wieder war es dann so, dass ich am Anfang wenig im Unterricht verstanden habe und es war auch schwierig für mich, mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Ich war nämlich sehr schüchtern. Im Internat sprechen viele Russisch und ich habe nicht so richtig Anschluss gefunden. Wenn St.Gilgen noch einmal ein Stipendium an ein Lerntafel-Kind vergibt, würde ich diesem Kind raten: Sei nicht schüchtern! Ich würde mich übrigens freuen, wenn die Lerntafel noch jemand nach St.Gilgen schicken könnte…

Mittlerweile fühle ich mich aber viel wohler. Ich habe eine ganz nette Zimmerkollegin aus China und ich kann mich auch schon viel besser mit den anderen unterhalten. Der Unterricht in St.Gilgen ist sehr vielseitig – wir haben dort kleine Klassen mit ca. 11 Kindern, lernen in Blöcken und jeden Nachmittag gibt es Sport oder Kreativprogramme, wie Zeichnen oder Theater. Ich bin Mitglied der Basketballgruppe und wir fahren zu vielen Turnieren. Das macht mir sehr viel Spaß und ist zu meinem größten Hobby geworden! Im Winter habe ich Schifahren gelernt, obwohl ich mich am Anfang fast nicht getraut habe. Schwimmen kann ich noch immer nicht, obwohl der See direkt vor der Schule liegt. Aber dafür gehe ich manchmal segeln und trage dabei eine Schwimmweste.

Nach den nachmittäglichen Sport- und Kreativprogrammen wird abends noch bis neun Uhr unter Aufsicht gelernt. Ich bin sehr froh um diese Lernstunden, die Lehrerinnen und Lehrer helfen mir sehr viel und unterstützen mich dabei, dass mein Englisch besser wird. Ich bin sehr dankbar für all die Chancen, die ich dort bekomme. Natürlich ist es auch anstrengend, ich muss immer noch viel nachholen und lerne auch oft am Sonntag den ganzen Tag. Am Samstag gibt es nämlich auch immer Aktivitäten wie Schifahren, Segeln, Wandertage und andere Ausflüge. Meine Tage sind so ausgefüllt, dass ich kaum mehr Zeit für Heimweh habe. Jetzt freue ich mich aber, dass Ferien sind und ich wieder eine Zeit lang zu Hause bei meiner Familie sein kann.

Im nächsten Schuljahr kann ich mir meinen Stundenplan ganz frei zusammenstellen: Ich habe Deutsch gewählt, weil ich merke, dass ich meine Deutschkenntnisse – vor lauter Englisch rundherum – immer mehr verliere. Dann mache ich noch Chemie, Wirtschaft, Biologie, Zeichnen, und natürlich Basketball. Ich möchte möglichst viel ausprobieren, weil ich noch nicht so richtig weiß, was ich später einmal beruflich machen möchte. Lehrerin oder Ärztin wollte ich früher werden … aber es gibt so viele interessante Berufe!

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