Für die von uns betreuten Kinder droht das Schuljahr 2019/2020 ein verlorenes zu werden

Für armutsbetroffene Kinder und ihre Familien ist der auf Home-Learning ausgelagerte Unterricht katastrophal. Viele haben weder Computer noch Drucker zu Hause, oft gibt es keinen Internet-Anschluss, und den meisten fehlt durch beengende Wohnverhältnisse ein ruhiger Arbeitsplatz. Auch auf elterliche Unterstützung kann ein Großteil unserer Kinder nicht zählen: Die Deutsch-Kenntnisse der Eltern reichen meist nicht aus, um beim Lösen der Aufgaben helfen zu können.

Je länger der Heim-Unterricht andauert, umso prekärer wird die Situation für unsere Schützlinge. Sie sind auf sich alleine gestellt und verlieren den Kontakt zur deutschen Sprachumgebung. Dadurch wird der Bildungsgap von Tag zu Tag größer.

Sobald die Schule wieder los geht und wir unseren Betrieb fortsetzen können, wird der Bedarf nach unseren Leistungen stark ansteigen. Dafür brauchen wir auch Deine/Ihre Unterstützung! Denn ob die verantwortlichen Bildungsbehörden dafür finanzielle Mittel zur Verfügung stellen werden, bleibt angesichts der vielen wirtschaftlichen Maßnahmen rund um den Corona-Ausnahmezustand offen.

Es droht uns eine endgültige Schließung gerade in dem Moment, wo wir am meisten gebraucht werden.

Ich will Spenden – Spendenformular

Vielen Dank für Deinen/Ihren Beitrag!

Bericht aus der Bezirkszeitung – Eine Lernfamilie mit Herz

In der Wiener Lerntafel werden sozial benachteiligte und Kinder mit Lernschwächen betreut.

„Herr Lehrer, stimmt das so?“ Ali ist fertig mit seiner Hausaufgabe, Peter Staudinger kontrolliert. Alltag in der Wiener Lerntafel in der Dommesgasse. Rund 300 Kinder und 160 Lernhelfer sind dort tätig. Von Montag bis Samstag herrscht Vollbetrieb. Auf den Tischen werden Hausübungen gemacht, in den Lernkojen findet Einzelunterricht statt, währenddessen toben sich die Kids, die bereits fertig sind, im Kreativspielraum aus. Der Verein wurde gegründet, um Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien durch kostenlose Lern- und Nachhilfe eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Dass es die Einrichtung in Simmering gibt, ist Stefan Unterberger zu verdanken. Gemeinsam mit Freunden gründete er 2010 den Verein. „Ich wollte immer gemeinnützige Arbeit machen und habe gesehen, dass es so ein Projekt noch nicht gibt“, erinnert sich der Obmann. „Ich habe Gespräche geführt und bin dann ins kalte Wasser gesprungen.“ Die Lerntafel startete im Gasometer mit fünf Kindern und zwei Lernhelfern. Heute gibt es die ersten Jugendlichen, die maturieren.

Ein Integrationsprojekt

In der Lerntafel werden Schüler aus Volks- und Mittelschulen von sechs bis 14 Jahren betreut. Von Montag bis Freitag zwischen 13 und 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr können sie dort Hausaufgaben erledigen, lernen und spielen. Jeder Schüler wird einem Lernhelfer zugeteilt. Das passiert durch sogenanntes „Matching“ auf einer eigens entwickelten Software.

Doch die Lerntafel ist auch ein Integrationsprojekt. „Derzeit haben 90 Prozent unserer Schüler Migrationshintergrund. Der gemeinsame Nenner hier ist Deutsch. Jeder lernt vom anderen“, so der Obmann weiter. Wichtig: Alles soll mit Freude passieren. „Wir nehmen die Kinder, wie sie sind. Niemand ist perfekt.“ Neben der Betreuung bietet die Lerntafel auch Gespräche mit den Eltern, psychologische Abklärung bei Lernproblemen und Lernstandskontrollen an.

Lernhelfer gesucht

Die Nachfrage ist groß, Kinder gibt es genug. Freiwillige Helfer werden immer gesucht. Wer Interesse hat, kann sich unter www.lerntafel.org oder 01/945 00 05 melden. Eine spezielle Ausbildung ist nicht gefragt. „Am wichtigsten ist der Umgang mit den Kindern“, sagt Unterberger. Für Neueinsteiger finden Einführungsworkshops statt, auch Fortbildungen und Supervision werden angeboten. Neben den Freiwilligen gibt es auch Teilzeitangestellte. Einer von ihnen ist Jürgen Flemming. Er ist seit vier Jahren dabei. „Gäbe es die Lerntafel nicht, würde viel fehlen. Wir decken einiges ab im Bezirk. Wo würden die Kinder sonst hingehen?“, sagt er.

Ähnlich sieht das Peter Staudinger – er ist ein Helfer der ersten Stunde. „Ich habe damals einen Bericht gesehen und mich angemeldet“, erinnert er sich. „Es macht Spaß und solange es mir möglich ist, mache ich weiter.“ Sehr zur Freude von den Kids. „Er ist ein guter Lehrer“, sagen sie und strahlen.

Herausforderungen halten uns jung

Wolfgang Altfahrt ist seit fast 10 Jahren als ehrenamtlicher Lernhelfer bei der WIENER LERNTAFEL tätig.

Als Wolfgang in Pension ging, war für ihn klar, dass er einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen wollte. Er begann in einem professionellen Lerninstitut gegen Bezahlung Mathematik zu unterrichten, doch dort gefiel es ihm gar nicht – Kinder, die lernunwillig dort saßen, weil die Eltern viel Geld dafür bezahlten. Für Wolfgang war dies nicht erfüllend und er beendete nach kurzer Zeit diese Tätigkeit wieder.

Zufällig kam er öfter bei der WIENER LERNTAFEL im Gasometer vorbei und wurde darauf aufmerksam. Als einer der ersten Freiwilligen begann er 2010 als ehrenamtlicher Mathematik-Lernhelfer tätig zu werden; mittlerweile hat er den Lerntafel-Kindern schon über 2100 Lernstunden geschenkt.

Ihm fiel rasch auf, dass die Kinder der WLT eine andere Einstellung zum Lernen haben. Sie kommen aus armutsbetroffenen Familien, die sich für ihre Kinder eine Verbesserung der Lebensumstände wünschen und durch schulische Erfolge dies auch ermöglichen wollen. Die Kinder lernen hier gerne, da sie dies ebenfalls als Chance für ihre Zukunft erkennen.

In den 10 Jahren seiner Tätigkeit, kam es drei bis vier Mal vor, dass ein Kind nicht lernen wollte. Und genau das ist auch immer wieder die Herausforderung: einen Zugang zum Kind zu finden! So kommt nie Routine auf, denn jedes Kind braucht individuelle Erklärungen zum Schulstoff, Verständnis, Ermunterung und Anleitungen, wie es effizient lernt. Und wenn dies gelingt, dann bekommt man einiges zurück: Freude, Zufriedenheit und Erfolgserlebnisse! „Und Herausforderungen halten uns jung“, meint Wolfgang.

Wolfgang mag auch das „Betriebsklima“ in der WLT, obwohl er überhaupt kein „Vereinsmeier“ ist und Versammlungen eher meidet. Trotzdem kommt er immer wieder zu den Lernhelfer-Treffen und Fortbildungen, die ihm auch Spaß machen. Er schätzt die gegenseitige Unterstützung und den Teamgeist unter den Lernhelfern.

Mittlerweile ist die WLT eine große Lernfamilie geworden, die den Kindern neben Lerninhalten auch ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit gibt und es ist  – sagt Wolfgang – schön, ein Teil davon zu sein.

Kunst für die Lerntafel

Im November fanden zwei einzigartige Auktionen zugunsten der WIENER LERNTAFEL statt. Im Dorotheum ging eine von Edelbert Köb kuratierte Charity-Auktion über die Bühne, bei der Konzeptkunst österreichischer zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler im Zentrum stand. Das Besondere bei dieser Auktion war nicht nur die inhaltliche Selektion, sondern auch die Idee, die Auktionserlöse mit den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern* zu teilen.

Bei der jährlichen seedingart Benefiz-Auktion wurde heuer ebenfalls für die WIENER LERNTAFEL gesammelt. Im Zoom Kindermuseum kamen bezaubernde Kunstwerke zur Versteigerung, die in Ateliers von 25 teilnehmenden KünstlerInnen** gemeinsam mit über 70 Kindern entstanden sind. Denn das ist die Idee von seedingart: Kindern aktiv Kunst zu vermitteln und mit der daraus entstandenen Kunst (bedürftigen) Kinder Gutes tun.

Und es bewirkt tatsächlich Gutes: Bei beiden Auktionen kam ein Erlös von knapp 34.000 € an Spenden zusammen – die Lerntafel kann endlich wieder etwas aufatmen und weiterhin Lerneinheiten für Kinder und Jugendliche anbieten.

Danke an die OrganisatorInnen im Hintergrund und an alle, die so tüchtig mitgesteigert haben!

…und natürlich an sämtliche Kunstschaffenden, die mit gemacht haben:

*Andreas Fogarasi, Dorothee Golz, Birgit Graschopf, Peter Kogler, Brigitte Kowanz, Elisabeth Penker, Francis Ruyter, Eva Schlegel, Christian Stock, Esther Stocker, Josef Trattner

** Olivia Altmann, Peter Baldinger, Mario Dalpra, Bernhard Buhmann, Nikolaus Gansterer, Joanna Gleich, Martin Grandits, Florian Herzog, Edgar Honetschläger, Jerson Jimenez, Alex Kiessling, Charlotte Klobassa, Ronald Kodritsch, Merlin Kratky, Marianne Lang, Angelika Loderer, Constantin Luser, Larissa Leverenz, Sissa Micheli, Philip Mueller, Stephanie Pflaum, Wendelin Pressl, Christina Starzer, Nives Widauer, Clemens Wolf

Fördern, Forschen, Philosophieren

Bericht über das Schuljahr 2018/2019

Intensivförderung für Volksschulkinder

Im Schuljahr 2018/2019 lag unser Schwerpunkt auf der Intensivförderung von Volksschulkindern. Vielen Lerntafel-Kindern fehlt es – bedingt durch den späten Zweitsprachenerwerb – an wichtigen Grundlagen in den Fächern Deutsch und Mathematik. Diese Lücken möchten wir nun möglichst früh schließen, damit die Kinder besser in der Schule mitkommen und ein solideres Fundament haben, auf dem sie aufbauen können. In den beiden Projekten IFP-Kids (Standort Kagran) und „Ich schaff´s 2019“ (Standort Simmering) werden Kinder ab der dritten Schulstufe mittels Workshops, Kleingruppenunterricht und Einzelcoachings umfassend unterstützt und begleitet, sodass sie einerseits die Lernziele ihrer jeweiligen Schulstufe erreichen können, andererseits aber auch die Möglichkeit haben, die „Basics“ der Fächer Deutsch und Mathe zu verfestigen. Darüber hinaus gewinnen die Kinder durch das Lernen in der Gruppe soziale Kompetenzen, Selbstvertrauen und eine verbesserte Lernmotivation.

Zusammenarbeit mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule

Im Schuljahr 2018/2019 kam es zu einer intensiven Kooperation mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule. Verschiedene Gruppen der PH haben unterschiedliche Workshops abgehalten, die sich einerseits an unsere Lernhelfer*innen richteten, andererseits aber auch für die Kinder ein umfangsreiches Workshop-Angebot zur Verfügung stellten.

Didaktik macht Tafel

Neben einem Vortrag zum Thema „Didaktik Deutsch in der Volksschule“ wurden von den Studierenden zahlreiche Unterlagen mit Übungsbeispielen zur Förderung der sprachlichen als auch schriftlichen Kompetenzen in Deutsch ausgearbeitet, die der Lerntafel gratis zur Verfügung gestellt wurden.

Lernwerkstatt – Forschen und Lernen

Als zusätzliches Angebot für die Kinder haben die Studierenden Workshops organisiert, wo das motorische, kreative und spielerische Lernen im Mittelpunkt stand, und sie haben auch eine Lernwerkstatt ins Leben gerufen. Mittels packenden Experimenten soll den Kindern möglichst früh die Scheu vor naturwissenschaftlichen Fächern genommen und die Freude am Entdecken gefördert werden. Die Lernmaterialen wurden mit den Kindern erprobt und unseren Lernhelfer*innen in einem Workshops näher gebracht, sodass sie die Lernwerksatt fortführen können.

Ziel der Lernwerkstatt ist, dass die Kinder selbstständig physikalische Experimente durchführen und gemeinsam Erklärungen für die Phänomene finden. Spielerisch werden so wissenschaftliches Arbeiten, Wortschatz, Teamarbeit und motorische Fähigkeiten gefördert. Die Studierenden haben der WIENER LERNTAFL umfangreiche „Experimentierboxen“ zusammengestellt und kostenlos überlassen.

Rollenspiele und Kommunikation /Naturnahes Lernen

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Wald führte die Kinder sogar aus der Lerntafel raus zu einem Naturlehrpfad, wo das Wissen nicht nur abstrakt, sondern ganz lebensnah vermittelt werden konnte. Im Anschluss wurden die gesammelten Materialien spielerisch aufgearbeitet.

Resümee Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule

Alle Gruppen haben ihre Projekte überaus erfolgreich abgeschlossen. Die WLT-Kinder haben sehr von den kreativen Lernmethoden, Bastelstunden, Rollenspielen und Ausflügen profitiert.

DAF/DAZ-Trainer*innen in Ausbildung

Ausgebildete Volkschullehrer*innen haben im Rahmen Ihrer DAF-/DAZ-Weiterbildung interaktive Lerngruppen mit den Kindern der WIENER LERNTAFEL abgehalten.  Im Fokus stand die Gestaltung lebendiger und spielerischer Unterrichtsstunden, die Freude und Neugierde am Lernen bei den Kindern wecken. Die Kinder haben sehr von diesen Einheiten profitiert und einen positiven, neugierigen Zugang zum Schulstoff finden können.

Diskutieren und Philosophieren

Für die größeren Unterstufen-Schüler*innen fand im vergangenen Schuljahr einmal wöchentlich ein Debattenclub statt, in dem sich die Jugendlichen über tagesaktuelle Themen untereinander austauschen konnten. Dabei wurden Zeitungsberichte gelesen, erläutert und danach diskutiert. Die Jugendlichen verfestigten dadurch ihre Lesekompetenz und gewannen Sicherheit in der Argumentation.

Regelmäßiger Gast in der Lerntafel ist die „Neue Akropolis-Treffpunkt Philosophie“ – heuer stand das Thema „Helfen“ im Mittelpunkt. Die Kinder philosophierten untereinander über Hilfsbereitschaft und Solidarität, konnten sich aber auch gleich selbst im Helfen üben: In experimentellen Versuchsanordnungen durfte ein Brand gelöscht und Erste Hilfe geleistet werden.

Musik und Kultur

Das Konzerthaus zeigt schon seit vielen Jahren großes Engagement, um die Lerntafel-Kinder an die „ernsthafte“ Musik heranzuführen. Immer wieder wurde die Lerntafel zu Konzerten und Backstage-Führungen eingeladen, heuer fand die Begegnung erstmals in anderer Richtung statt. Das Aris-Quartett hat vor ihrem Auftritt im Konzerthaus die Lerntafel besucht und den Kindern und Lernhelfer*innen ein kleines Hauskonzert geboten, wobei ganz viel musikalisches Hintergrundwissen vermittelt wurde.

Zahlreiche Ausflüge führten uns unter anderem ins Naturhistorische Museum, ins Raimundtheater, in die Hofburg und ins Dom-Museum. In der Kunsthalle durften die Kinder einen Roboterfilm in einem Science-Fiction-Filmstudio drehen, Schauspieler haben für eine musikalische Winterlesung die Lerntafel besucht, wir waren auf der Berufsmesse und haben bei Maker Austria fleißig gewerkt.

 

Und wie in allen anderen Jahren wurde auch in diesem Schuljahr wieder viel gebastelt, gespielt, gelacht und vor allem auch …. gelernt!

Geschichten und Gesichter aus diesem Schuljahr

Aziza hatte in diesem Schuljahr einen schwierigen Start im Gymnasium: Auf die ersten Schularbeiten bekam sie Fünfer und der Schock war groß, nachdem sie in der Volksschule eine gute Schülerin war. So war Aziza dankbar, dass sie wieder in der Lerntafel kommen konnte. Aziza schreibt sich jeden Freitag die Termine auf einen Zettel und klebt ihn an den Kühlschrank, weil sie weiß, dass es früher oft Probleme mit der Verlässlichkeit gab (und sie deswegen schon mal gesperrt war). Jetzt freut sie sich über jede Stunde und die Unterstützung tut ihr gut. An Mathe hat sie sogar richtig Freude bekommen – sie hat nicht nur den ersten Fünfer ausgemerzt, sondern sich so stark verbessert, dass im Zeugnis sogar ein Dreier steht. Auch in Deutsch geht es aufwärts, mit dem Vierer ist sie zufrieden. Und die anderen Fächer? Alles Zweier und Einser!

 

Wenn Rabia an das vergangene Schuljahr zurückdenkt, fällt ihr sofort der Weihnachtsball ein. Das war ein wunderschönes Fest im Rathaus, zu dem auch die Lerntafel eingeladen wurde. Rabia macht gerne Ausflüge und schätzt es auch, am Hausübungstisch mit anderen Kinder zu lernen. Sie bereitet sich gemeinsam mit ihren Lernhelfer*innen immer gründlich auf Ansagen und andere Tests vor und zeigt uns nachher jedes Mal stolz, wenn die Lehrerin darunter „Gut“ oder „Weiter so“ geschrieben hat. Rabia freut sich nämlich sehr, wenn man sie lobt. Nachdem sie sich in Deutsch verbessert hat, hofft sie nun, dass sie auch im Mathe bald bessere Noten bekommt.

 

Timur hat heuer ein besonderes Jahr hinter sich. Er ist umgezogen, hat die Schule gewechselt und vor allem: Er hat sich einen Traum erfüllt und sich beim jungen Volkstheater angemeldet. In einer sehr freien, von den Jugendlichen entwickelten experimentellen Überschreibung von „Biedermann die Brandstifter“ stand er im Volx Margareten auf der Bühne und konnte mit der ganzen Truppe begeistern. Durch die viele Probenarbeit rückte die Schule vor allem im zweiten Semester etwas in den Hintergrund und in Englisch wäre es beinahe brenzlig geworden. Dafür konnte er sich aber in Deutsch auf einen Zweier verbessern!

 

 

„Dann habe ich mich also doch verbessert!“, sagt Marko sichtlich erfreut, als er erfährt, dass er fast keine Fehler in den beiden IFP-Check-ups gemacht hat. IFP heißt ausgeschrieben Intensivförderprogramm und richtet sich an Volksschulkinder, die die Lerntafel besuchen. Beim IFP gibt es neben den Einzelstunden auch Workshops und Kleingruppenunterricht. Das hat Marko besonders gut gefallen – er lernt nämlich am liebsten gemeinsam mit anderen Kindern. Auch deswegen kommt er mit seiner Zwillingsschwester fast täglich zum Hausübungstisch und genießt das gesellige Miteinander-Lernen.

 

Emmanuel ist vor 3 Jahren verzweifelt in die Lerntafel gekommen, weil er nach dem ersten Gymnasium gleich in zwei Fächern eine Nachprüfung hatte. Diese hat er bestanden und in jener Zeit auch ganz viel Zuversicht gewonnen. Seither hat er sich mit Unterstützung der Lerntafel durch das ganze Unterstufengymnasium gekämpft– mit einigen Auf und Abs, aber ohne je wieder zu einer Nachprüfung antreten zu müssen. In Mathe ist er mittlerweile sogar ein guter Schüler geworden und schreibt locker Dreier (und hilft auch immer wieder beim HÜ-Tisch anderen Jugendlichen). Emmanuel erzählt, dass ihm durch die lustigen+anregenden Stunden in der Lerntafel auch die Schule immer mehr Spaß gemacht hätte. Hoffentlich kann er diese Freude auch noch in die Oberstufe mitnehmen!

 

Muska kommt schon seit über zwei Jahren in die Lerntafel und hat sich in Deutsch um eine Note verbessern können; in Mathe haben sich die Fortschritte leider noch nicht im Zeugnis gezeigt. Aber immerhin hat sie in den Schularbeiten auch schon Zweier geschrieben! Muska hat in der Lerntafel öfters gemeinsam mit ihrer Schulfreundin gelernt und das hat ihr viel Spaß gemacht. Sie hofft, dass im nächsten Schuljahr – wenn sie dann die NMS besucht – auch noch ein anderes Kind aus ihrer Klasse die Lerntafel besucht, damit sie wieder gemeinsam lernen können. Sie hat nämlich gemerkt, dass sich Kinder auch gegenseitig ganz gut helfen können…

Ein wichtiger Schritt Richtung Traumberuf

 

Mohammad kam im April 2016 als 13 jähriger Flüchtling aus Syrien nach Österreich.

Ab Mai 2016 besuchte er die 2. Kl. KMS.
Im ersten Semester der 3. Klasse wurde er nicht beurteilt, aber ab dem 2. Semester bekam er Noten.
Im Halbjahreszeugnis in der 4. Klasse hatte er: D 4 vt, M 3 vt, E 2 vt.

Da er unbedingt Pharmazie studieren möchte – und dies auch bei seinen berufspraktischen Tage in einer Apotheke erproben konnte – möchte er unbedingt ein Oberstufenrealgymnasium besuchen und maturieren.

Er hat sich selbständig verschiedene Schulen (beim Tag der offenen Tür) angesehen und sich für das BORG III (Landstraße) entschieden.
Es folgte seine Bewerbung und ein Gespräch mit dem Direktor des Gymnasiums. Offensichtlich tat er dies erfolgreich, denn er hat seit kurzem die Zusage, das BORG ab nächstem Jahr besuchen zu dürfen und ist ÜBERGLÜCKLICH!

Die WIENER LERNTAFEL besucht er seit einem Jahr.
Vielen Lernhelfer*innen war und ist es eine Freude mit Mohammad zu lernen, da er sehr wissbegierig und lernwillig ist.
Wir freuen uns, Mohammad erfolgreich unterstützt zu haben und wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg das Allerbeste!

 

Intensivförderung für Volksschulkinder

Im Projekt „Intensivförderprogramm für Kinder der 3. und 4. Volksschule 2019“ – kurz IFP-Kids – ­erhalten Kinder der 3. und 4. Schulstufe aus sozial benachteiligten Familien eine Intensivförderung. Diese unterstützt die Kinder der WIENER LERNTAFEL bei der Bewältigung ihrer Schulprobleme, damit der erfolgreiche Grundschulabschluss und die Aufnahme in eine weiterführende Schule ermöglicht werden.

In mehreren Workshops und wöchentlichen Coachingstunden stehen die Vermittlung geeigneter Lernstrategien, Stressmanagementtechniken sowie die Festigung des Basiswissens des Grundschulstoffs in Mathematik und Deutsch im Fokus. Das Projekt ergänzt die laufende Lernhilfe der WIENER LERNTAFEL.

Ziel des Projekts ist die Sicherstellung des erfolgreichen Grundschulabschlusses der geförderten Kinder. Dadurch soll der erfolgreiche Übertritt von der 3. in die 4. Klasse Volksschule sowie der Übertritt in die Sekundarstufe I ermöglicht werden.

Literarische Winterlesung für Kinder

Zwei Schauspielerinnen haben am Valentinstag die Lerntafel besucht, um den Kindern winterliche Geschichten und Gedichte aus aller Welt vorzulesen. Julia Prock-Schauer und Helen Zangerle nahmen auch den Musiker Max Gönye mit, der die Lesung mit märchenhaften Melodien untermalte. So konnten die Kinder tief in die Geschichten versinken und wurden auch dazu angeregt, eigene Erlebnisse und Anekdoten zu erzählen, die zu den winterlichen Texten passten. Instrumente durften zum Erkunden eigener Klangwelten ebenfalls ausprobiert werden, mit Buntstiften und Papier konnten die Kinder das Vorgetragene illustrieren und erweitern. So kam eine wunderbar kreative Stimmung auf, die den Kindern wieder viel Lust auf Lesen+Schreiben machte!

Vielen Dank an den Bezirk Simmering, der diese Veranstaltung förderte.

Das war unser Projekt „Ich schaff’s“ 2018

Wir haben auch 2018 wieder sehr erfolgreich das Projekt „Ich schaff’s“ mit Jugendlichen der siebten und achten Schulstufe durchgeführt. Ziel des Projekts war die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Vermittlung des Schulstoffes und die Reflexionsfähigkeit über das eigene Lernverhalten.

Mit viel Freude haben die Jugendlichen an sieben Workshops zu den Themen Lernstrategien, Ernährung und Lernen, Stressmanagement, Zukunftsperspektiven sowie Grundwissen in Mathematik und Deutsch teilgenommen.

Insgesamt haben alle Projektteilnehmer*innen 1118 Coachingstunden erhalten. 92% der Jugendlichen konnten sich verbessern und das Schuljahr positiv abschließen. Besonders die Lesekompetenzen sowie das Verfassen von Texten haben sich deutlich verbessert. Die meisten Teilnehmer*innen haben persönliche Fortschritte durch das Projekt „Ich schaff’s“ 2018 festgestellt und mehr Lernmotivation dazugewonnen.

Machen Sie mit

Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr über die WIENER LERNTAFEL erfahren?
Bitte kontaktieren Sie uns via Email oder Telefon:
simmering@lerntafel.org +43 1 945 0005
kagran@lerntafel.org +43 1 967 7147

Für Anfragen bezüglich Sponsoring & Partnerschaften kontaktieren Sie
bitte DDr. Stefan Unterberger oder Eva Steiner